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Taufe des neuen Motorrettungsbootes der DLRG Wedel

Veröffentlicht: 31.05.2026
Autor: Martin Leuschner
Das neue Motorrettungsboot "Klaar Kimming"
160 Gäste nahmen an der Taufe teil
"Ich taufe dich auf den Namen "Klaar Kimming"...
Parade nach der Taufe
Die neue Klaar Kimming auf der Elbe

Am Samstag, dem 30. Mai 2026, feierten die DLRG Wedel e.V. und rund 160 Gäste im Hamburger Yachthafen in Wedel die Bootstaufe und Indienststellung eines neuen Motorrettungsbootes. Ab 14:00 Uhr begannen Begrüßung und Reden, um 15:00 Uhr taufte Ute Schulte-Bracksick — aus den Mitgliedern der DLRG Wedel als Taufpatin ausgewählt — das Boot auf den Namen „Klaar Kimming“. Die Taufe fiel in ein besonderes Jahr: Der Verein blickt 2026 auf 90 Jahre Wasserrettung in Wedel zurück.

Vom Campion zur neuen „Klaar Kimming“

Die letzte Bootstaufe der DLRG Wedel lag am 19. September 1999 — knapp 27 Jahre sind seither vergangen. Das bisherige Einsatzboot, ein Campion Explorer 622 mit 205 PS und Z-Antrieb, war über Jahrzehnte ein vertrautes Bild auf der Unterelbe — baugleich mit den damaligen Booten „Greif 1“ und „Greif 5“ der DLRG Hamburg. Nach mehr als 25 Jahren ganzjährigem Einsatz entsprach es den heutigen Anforderungen nicht mehr: fehlende Möglichkeiten zur adäquaten Patientenversorgung, kein sicherer Ein- und Ausstieg auf Wasserhöhe, eingeschränkter Schutz der Besatzung bei schlechter Witterung und in der kalten Jahreszeit.

Bereits auf der Jahreshauptversammlung am 16. Oktober 2021 hatte der Verein die Neubeschaffung beschlossen. Sechzehn Werften in Europa wurden angeschrieben, vier kamen in die engere Auswahl, mit zwei führte die DLRG Wedel finale Gespräche. Die Entscheidung fiel auf die Habbeke Shipyard in Hoorn (Niederlande) — eine Werft, die in diesem Jahr selbst 60 Jahre Rettungsbootbau feiert und unter anderem für die niederländische KNRM baut. Es ist bereits das zweite Rettungsboot der DLRG auf der Elbe aus dieser Werft.

Das neue Einsatzboot

Die neue „Klaar Kimming“ ist ein 10,5 Meter langes Aluminium-Motorrettungsboot mit nur 60 Zentimetern Tiefgang. Zwei Innenborder-Diesel mit Jet-Antrieb (je 292 PS) bringen es auf bis zu 35 Knoten. Ausgestattet ist es mit moderner Funk- und Navigationstechnik, Radar, Sonar, Suchscheinwerfern, Schlepp- und Bergeausrüstung, Pumpensystemen sowie umfangreichem medizinischem Equipment — darunter Schleifkorbtrage und Spineboard. Ein beheiztes Arbeitsboot für den ganzjährigen Dienst: luftgefederte Sitze, Platz für bis zu 15 Personen, Möglichkeiten zur Patientenlagerung, Flybridge mit Remote-Control-Steuerung. Die Vorrüstung für eine Wärmebildkamera ist bereits vorhanden.

Als Antrieb wurden bewusst Jet-Antriebe gewählt — ohne frei drehenden Propeller, mit besserer Manövrierfähigkeit in flachen Bereichen und geringerem Risiko bei Grundberührungen und Treibgut. Für die dynamischen Einsatzlagen auf der Elbe ein entscheidender Faktor.

Weitere technische Daten: Breite 3,42 m, Höhe 3,45 m, Besatzung 3 Personen, Zuladung 12 Personen, Gewicht 5,78 t.

Der Festtag — Ablauf

Ab 14:00 Uhr begrüßte Vorsitzender Philip Stockhusen die Gäste im Hamburger Yachthafen. Im Anschluss folgten Begrüßung und Reden — unter anderem von Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto, dem Präsidenten des DLRG-Landesverbandes Schleswig-Holstein André Tschirner, Carolin Limbach vom Bundesverband der DLRG sowie Orm de Waart, CEO der Habbeke Shipyard, der betonte, wie stolz die Werft sei, erneut ein Rettungsboot für die Elbe gebaut zu haben.

Philip Stockhusen wies in seiner Rede darauf hin, dass die Bootstaufe im Jubiläumsjahr weit mehr sei als die Indienststellung eines neuen Einsatzmittels: „Sie verbindet unsere Geschichte mit unserer Zukunft.“ Das Boot sei kein Prestigeprojekt, sondern ein Arbeitsgerät — „ein Stück Sicherheit auf der Elbe“. Entscheidend seien die ehrenamtlichen Einsatzkräfte, die es mit Leben füllen würden.

Um 15:00 Uhr taufte Ute Schulte-Bracksick — aus den Mitgliedern der DLRG Wedel als Taufpatin ausgewählt — das Boot offiziell. Sie dankte allen, die mit Zeit, Ideen und Engagement zum Projekt beigetragen hätten. Ihr Wunsch: „dass alle, die mit diesem Boot hinausfahren, immer gesund und sicher zurückkehren.“ Mit dem Taufspruch

„Ich taufe dich auf den Namen ‚Klaar Kimming‘. Mögest du deinen Besatzungen Schutz und Sicherheit geben, Menschen in Not Hilfe bringen und stets mit deiner Mannschaft sicher in den Hafen zurückkehren. Allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.“

wurde die neue „Klaar Kimming“ getauft. Das alte Campion-Boot steht ab sofort zum Verkauf bereit — ein Augenzwinkern des Vorsitzenden, das bei vielen Gästen für Schmunzeln sorgte.

Anschließend bildeten zahlreiche Rettungsboote anderer DLRG-Gliederungen einen Konvoi und fuhren gemeinsam auf der Elbe. Zum Abschluss des Festes konnten die Gäste das neue Boot bei einer Besichtigung aus nächster Nähe erkunden.

Dank

Die Beschaffung wäre ohne zahlreiche Unterstützer nicht möglich gewesen. Die DLRG Wedel dankt allen privaten Spenderinnen und Spendern, der Stadt Wedel, den Gemeinden Hetlingen und Haselau, der Stadtsparkasse Wedel, dem Strukturförderfonds des Bundesverbandes der DLRG, dem Stiftungsrat des DLRG-Landesverbandes Schleswig-Holstein, der Dr. Oscar Troplowitz-Stiftung sowie Unternehmen wie Allpa Marine Equipment, EGON HARIG Löschsysteme, Jotun und Hamilton Jet (Lifesaver-Programm).

Ein Projektteam aus Sebastian Schenk, Jochen Möller, Jannik Wahl, Philip Stockhusen und Klaus Langer (AMS Hamburg) begleitete die Neubeschaffung beratend. 

Ausblick

Die neue „Klaar Kimming“ wird am Tonnenhafen stationiert. In den kommenden Wochen absolvieren die Bootsbesatzungen ein intensives Training, damit das Boot schnell den regulären Einsatzdienst auf der Unterelbe übernehmen kann.

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